Meine Geschichte, mein Weg
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Mit 19 heiratete ich Jean-Louis Däppen, einen jungen französischen Geschäftsmann, der unsere Kooperative besuchte. Gemeinsam gründeten wir ein kleines Exportunternehmen für tropische Früchte zwischen Spanien und Frankreich. 21 Jahre lang arbeiteten wir unermüdlich: Er reiste durch Afrika und Südamerika auf der Suche nach Lieferanten; ich verhandelte mit europäischen Supermärkten. 2005 verlegten wir unseren Firmensitz nach Marseille, um näher an den Mittelmeerhäfen zu sein. 2012 verstarb Jean-Louis plötzlich an einer Herzerkrankung. Ich musste das Unternehmen allein weiterführen. Die nächsten zehn Jahre leitete ich es allein, verdoppelte den Fuhrpark an Kühlwagen und eröffnete ein Lager in Perpignan. Wir blieben kinderlos; das war unser größter Kummer. Nach einer komplizierten Operation in meiner Jugend wurde bei mir das Asherman-Syndrom diagnostiziert. 2019 begannen schwere Migräneanfälle. Ein MRT ergab einen bösartigen Hirntumor (Glioblastom Grad IV). Seitdem lebe ich mit Behandlungen, Chemotherapie und Gebet. Mein Arzt sagte mir, dass mir nur noch wenige Monate bleiben. Der christliche Glaube ist mein Anker. Jeden Sonntag besuchte ich die protestantische Kirche Saint-Charles in Marseille, wo mir mein geistlicher Vater sagte: „Erika, dein Besitz gehört dir nicht; er ist ein Leihgabe Gottes. Gib ihn denen zurück, die ihn am meisten brauchen.“ Deshalb beschloss ich, alles, was ich für mein Bauprojekt gespart hatte – 800.000 Euro – zu spenden. Ich suche weder Ruhm noch Anerkennung. Ich hoffe einfach, dass ein Mensch mit einem gütigen Herzen dieses Geld nutzt, um Arme zu ernähren, Waisenkindern ein Zuhause zu geben und Straßenkindern Perspektiven zu eröffnen. Das soll mein einziges Vermächtnis auf Erden sein.
«Wer dem Armen Gutes tut, leiht dem Herrn, und er wird es ihm vergelten.» Sprüche 19,17
Frau Cataleya Shulz
Berlin, Deutschland
Bildergalerie
Momente aus meinem Leben und meinen Besitztümern.




